Verständnis und Bedeutung des Freiwilligendienstes
Der Freiwilligendienst beim Árbol de la Esperanza e. V. ist ein entwicklungspolitischer Lern- und Bildungsdienst, der auf Solidarität, Reflexion und gegenseitigem Lernen beruht. Er richtet sich an junge Menschen, die bereit sind, sich intensiv mit globalen Ungleichheiten, Machtverhältnissen und ihrer eigenen Rolle in einer globalisierten Welt auseinanderzusetzen.
Der Freiwilligendienst wird im Rahmen von weltwärts (https://www.weltwaerts.de/de/), dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst der Bundesregierung, durchgeführt. Weltwärts und wir verstehen Freiwilligendienste ausdrücklich als Lerndienste, die globale Zusammenhänge erfahrbar machen, interkulturellen Austausch fördern und junge Menschen zu verantwortungsbewusstem, solidarischem Handeln befähigen. Freiwilligendienste als Lerndienste basieren in diesem Verständnis auf Bildung, Reflexion und Dialog.
Im Mittelpunkt stehen dabei Begegnungen auf Augenhöhe, kritische Selbstreflexion sowie das Lernen voneinander und miteinander – nicht kurzfristige Hilfe, sondern langfristige gegenseitige Bildungs- und Entwicklungsprozesse.
Wir setzen die weltwärts-Grundsätze um, indem wir Freiwillige umfassend vorbereiten, kontinuierlich begleiten und Räume für kritische Reflexion, Austausch und Weiterentwicklung schaffen – sowohl während des Dienstes als auch nach der Rückkehr.
Ziel des Freiwilligendienstes
Ziel des Freiwilligendienstes beim Árbol de la Esperanza e. V. ist es, einen verantwortungsvollen Beitrag zur pädagogischen, emotionalen und sozialen Begleitung von Kindern und Jugendlichen zu leisten, die im Kinderhaus Árbol de la Esperanza leben. Viele der im Kinderhaus lebenden Jungen* haben Erfahrungen von Armut, sozialer Ausgrenzung, instabilen Familienverhältnissen, Gewalt oder fehlender verlässlicher Bezugspersonen gemacht. Der Freiwilligendienst trägt zur Unterstützung der Arbeit im Kinderhaus bei – im Sinne einer respektvollen, langfristigen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen vor Ort orientiert. Freiwillige unterstützen den Alltag im Kinderhaus, indem sie Beziehungen aufbauen, verlässliche Präsenz zeigen und die pädagogische Arbeit des lokalen Teams unterstützen.
Gleichzeitig verfolgt der Freiwilligendienst das Ziel, junge Freiwillige in ihrer Haltung zu sensibilisieren und zu stärken. Sie lernen, Verantwortung bewusst zu übernehmen, eigene Grenzen zu erkennen und ihre Rolle reflektiert, respektvoll und machtkritisch auszufüllen.
Globales Lernen und nachhaltige Entwicklung
Globales Lernen ist ein zentraler Bestandteil des Freiwilligendienstes. Freiwillige setzen sich mit sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Strukturen auseinander und reflektieren dabei ihre eigene Position, Privilegien und Verantwortung in einer globalisierten Welt.
Der Freiwilligendienst fördert ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung, die ökologische, soziale und ökonomische Gerechtigkeit miteinander verbindet und zukünftige Generationen mitdenkt.
Unsere Arbeit orientiert sich an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Der Freiwilligendienst leistet beispielsweise Beiträge zu:
• Bildung (SDG 4)
• Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5)
• weniger Ungleichheiten (SDG 10)
• nachhaltigen Partnerschaften (SDG 17)
Freiwillige werden ermutigt, globale Verantwortung zu übernehmen und ihr Engagement über den Dienst hinaus in ihr weiteres Leben einzubringen.
Respekt gegenüber der Diversität von Menschen sowie der Vielfalt menschlicher Lebens- und Glaubensweisen
Wir erkennen und respektieren die Vielfalt menschlicher Lebensrealitäten, Identitäten und Glaubensweisen. Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt haben in unserer Arbeit keinen Platz.
Der Freiwilligendienst beim Árbol de la Esperanza e. V. basiert auf einer rassismus-, machtkritischen und inklusiven Haltung, die Unterschiede anerkennt, ohne sie zu bewerten. Wir fördern ein respektvolles Miteinander, das auf Offenheit, Empathie und gegenseitigem Lernen beruht.
Engagement über den Freiwilligendienst hinaus
Der Freiwilligendienst beim Árbol de la Esperanza e. V. endet nicht mit der Rückkehr aus Ecuador. Wir verstehen ihn als langfristigen Lern- und Engagementprozess, der auch nach dem Auslandsjahr in Deutschland weiterwirkt.
Alle Freiwilligen haben die Möglichkeit, dass sie sich – im Rahmen ihrer zeitlichen und persönlichen Möglichkeiten – auch nach dem Auslandsdienst ehrenamtlich im Verein engagieren. Dieses Engagement ist Ausdruck von Solidarität, Verantwortung und nachhaltigem globalem Lernen.
Mögliche Formen der Beteiligung sind unter anderem:
Mitwirkung bei Ehemaligentreffen und Austauschräumen für aktuelle und ehemalige Freiwillige,
Unterstützung bei Veranstaltungen, wie z. B. dem Weihnachtsmarktverkauf, der Sternsinger-Aktion und Infoveranstaltungen,
ehrenamtliche Beteiligung an Spendenakquise, Öffentlichkeitsarbeit und Vereinsaktionen,
Mitarbeit in der internen Begleitung und Unterstützung neuer Freiwilliger, z. B. durch Erfahrungsweitergabe, Reflexionsangebote, Seminarleitung und organisatorische Mithilfe.
Dieses Engagement erfolgt freiwillig, selbstbestimmt und wertschätzend. Gleichzeitig verstehen wir es als wichtigen Bestandteil des weltwärts-Gedankens: globale Verantwortung zu übernehmen und Erfahrungen aus dem Ausland in gesellschaftliches Engagement in Deutschland zu übersetzen.
Durch die aktive Einbindung ehemaliger Freiwilliger stärken wir eine lebendige Vereinsstruktur, fördern kontinuierliches globales Lernen und tragen zur nachhaltigen Wirkung des Freiwilligendienstes bei.
Ehemalige Freiwillige sind wichtige Multiplikator*innen für entwicklungspolitische Bildungsarbeit, kritische Auseinandersetzung mit globalen Ungleichheiten und solidarisches Handeln im eigenen sozialen Umfeld.
Anbindung an die Trägerorganisation und Qualitätssicherung
Der Árbol de la Esperanza e. V. ist an die Trägerorganisation "Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen e.V." ( https://www.fsd-aachen.de/ ) angegliedert. Als Teil dieses anerkannten Trägers profitieren wir von fachlicher Begleitung, struktureller Unterstützung und qualitätsgesicherten Standards in der Durchführung von Freiwilligendiensten.
Die Anbindung an den FSD Aachen stärkt unsere Arbeit insbesondere in den Bereichen:
pädagogische Begleitung und Qualitätssicherung des Freiwilligendienstes,
diskriminierungs- und rassismussensible Bildungsarbeit,
rechtliche und organisatorische Absicherung der Freiwilligen,
kontinuierliche Weiterentwicklung unserer entwicklungspolitischen und pädagogischen Konzepte.
Durch die Zusammenarbeit in der Trägerorganisation stellen wir sicher, dass der Freiwilligendienst beim Árbol de la Esperanza e. V. verantwortungsvoll, transparent und im Einklang mit den Qualitätsstandards von weltwärts umgesetzt wird.
